Lehre
Die Vorlesungszeit des Sommersemesters steht vor der Tür, und damit beginnen bald auch wieder Lehrveranstaltungen, in denen Hausarbeiten geschrieben werden. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, mit der “sukzessiven Hausarbeit” einen Weg vorzustellen, wie ich Studierende in meinen Seminaren ans Schreiben einer Seminararbeit heranführe.
Vorneweg etwas zu den Begriffen: Ich werde hier “Hausarbeit” und “Seminararbeit” als Bezeichnung für eine schriftliche Arbeit verwenden, die Studierende in der Regel als alleinige Autor*innen nach wissenschaftlichen Kriterien bis zu einem bestimmten Termin verfassen, und als Prüfungsleistung einreichen. Typischerweise haben diese Arbeiten einen Umfang zwischen 5 und 15 Seiten; häufig werden sie im Rahmen von Seminaren geschrieben. Oft, aber nicht zwingend, geht der Haus- oder Seminararbeit ein Referat zum gleichen Thema voraus, welches dann in der Prüfungsleistung verschriftlicht wird.
Gedanken zu “Archäologie und Kommunikation: Warum Schweigen nicht immer Gold ist”, einem Beitrag von Carmen Löw im Archäologieblog von Der Standard.
Bei Recherchen wurde ich auf einen Beitrag von Carmen Löw vom 4.7.2019 aufmerksam: Unter der Überschrift “Warum Schweigen nicht immer Gold ist” schreibt die Autorin im vielbeachteten Archäologieblog der österreichischen Zeitung Der Standard zu Archäologie und Kommunikation – genauer gesagt, zu Archäologie und der Kommunikation mit Personen und Personengruppen außerhalb der Fachwissenschaft.
So oder so ähnlich beende ich oft meine Seminare und Übungen – und gebe damit zum Abschluss einer Lehreinheit den Studierenden Gelegenheit, sich zum Inhalt einer Sitzung zu äußern. Diese Rückmeldungen sind für mich als Lehrende wichtig, um zu sehen, ob eine Lehrveranstaltung so läuft wie ich sie geplant hatte.
Akademische Lehre stellt eine der großen Herausforderungen im universitären Alltag dar. Lehrende müssen sich mit ihren Seminaren und Übungen zwar innerhalb eines von den Studiengängen und den darin enthaltenen Modulen vorgegebenen Rahmens bewegen, sind ansonsten in der Ausgestaltung ihrer Veranstaltungen aber sehr frei. Um im Laufe eines Semesters zu sehen, ob ein Seminar oder eine Übung so läuft, wie ich sie geplant hatte, nutze ich zwei sehr einfach einzusetzende Feedbackinstrumente: Zu Beginn des Semesters eine Erwartungsabfrage, und zum Ende der Lehreinheiten eine Feedbackrunde. Beide möchte ich hier kurz vorstellen.
Nachdem die ersten 6 Wochen der Vorlesungszeit im 4. Pandemiesemester vergangen waren, wollte ich auch ein Stimmungsbild der Studierenden einholen. Hierzu habe ich eine digitale Pinnwand erstellt, auf der sie Kommentare hinterlassen konnten.
Vom 1. bis 8. Dezember 2021 habe ich den Studierenden in meinen Veranstaltungen die Möglichkeit gegeben, anonym auf einer Flinga-Pinnwand ein Stimmungsbild zum aktuellen Semester abzugeben. Hierzu habe ich zwei Fragen gestellt:
Wie haben Sie das Semester bisher erlebt?
Welche Erwartungen haben Sie an die kommenden Wochen der Vorlesungszeit?
In den letzten Wochen, während des Wintersemesters 2021/2022, war es sehr ruhig auf meinen Blog. Ansonsten aber ist mein archäologisch-akademisches Leben alles andere als ruhig verlaufen: Das 4. Pandemiesemester habe ich als das bisher anstrengendste Pandemiesemester empfunden. Dafür gab es unterschiedliche Gründe.
Auf der einen Seite wurde von meiner Universität für das Wintersemester die grundsätzliche Rückkehr zur Präsenz und damit Lehre vor Ort als bevorzugtes Format festgelegt. Auf der anderen Seite zeigten die vom RKI seit dem Spätsommer veröffentlichten steigenden Zahlen von Covid-19-Infektionen, dass für das Wintersemester mit einer neuen Welle in der Covid-19-Pandemie zu rechnen war. Leider stieg die Impfquote in der gleichen Zeit nur langsam an, so dass absehbar war, dass die neue Covid-19-Welle im Winter eine Überlastungsgefahr für das Gesundheitssystem mit sich bringen würde. Noch vor dem Beginn des Wintersemesters stelle sich mir also die Frage, ob sich die angestrebte Lehre vor Ort für die Dauer der Vorlesungszeit überhaupt durchführen lässt, oder ob wir nicht doch wieder in die digitale Lehre wechseln würden.
An vielen Universitäten wird für das nun beginnende Wintersemester 2021/2022 auf Lehre vor Ort gesetzt. Doch was oftmals als “Rückkehr zur Präsenz” bezeichnet wird, ist meines Erachtens eine völlig andere Art der Lehre vor Ort als vor dem Beginn der Covid-19-Pandemie.
Seit im Frühjahr 2020 Covid-19 auch nach Europa kam, und die universitäre Lehre innerhalb weniger Wochen nahezu vollständig auf digitale Formate umgestellt wurde, sind mittlerweile drei Semester mit weitgehend digitalem Studium vergangen. Bereits im ersten Pandemiesemester wurden schon nach wenigen Wochen Forderungen nach einer Rückkehr zur Präsenz laut, und diese Rufe sind auch in den folgenden Pandemiesemestern nicht verstummt.
Nach nunmehr schon fast zwei Semestern Online-Vorlesungen möchte ich auch hierzu von meinen persönlichen Erfahrungen schreiben.
Dass es auch im Falle von Vorlesungen nicht damit getan ist, einfach das, was ich als Lehrende sonst vor Studierenden im Hörsaal vortrage, den gleichen Studierenden in einem beliebigen Videochat mit geteilten Folien vorzutragen, war mir sehr schnell bewusst. Im April 2020 hatte ich dazu auch einen kurzen Thread auf Twitter verfasst.
Ich hatte vor einigen Jahren einmal für eine Übung das Konzept des sog. „inverted classroom“ oder „flipped classroom“ ausprobiert, und dafür auch kurze Lehrvideos erstellt. Für diese Videos habe ich die Aufzeichnungsfunktion in PowerPoint benutzt, und schnell die Nachteile dieser auf meinem Rechner bereits vorhandenen Möglichkeit kennengelernt: Da es nicht möglich ist, die Aufzeichnungen nachträglich zu ändern, sollte der Text fehlerfrei und ohne Fülllaute eingesprochen werden. Für mich bedeutete das, dass ich den Text des Lernvideos ausformulieren und das Vortragen proben und einüben musste – für jemanden wie mich, die sonst in der Regel mit Stichworten arbeitet und bei Vorträgen frei formuliert, ein ungewohnter und zeitraubender Arbeitsschritt.
Gedanken zur synchronen Online-Lehre und zur Nutzung der Kamera in Videokonferenzen.
Das Sommersemester hat das Studium in kurzer Zeit auf den Kopf gestellt, und digitale Notfall-Lehre musste auf Grund der weltweiten Covid-19-Pandemie schnell und ohne große Vorbereitung umgesetzt werden. Inzwischen ist die Vorlesungszeit des Sommersemesters vorbei, und vielerorts wurde darüber gesprochen und geschrieben: Unter anderem auch im Hinblick auf das Wintersemester, in dem uns die digitale Lehre nach wie vor begleitet. Erstaunlich häufig wird hier – für mein Empfinden – die Kamera in Videokonferenzen thematisiert: Daher möchte ich hierzu einige meiner Gedanken teilen.
Zuletzt ist es hier auf diesem Blog ein wenig ruhiger geworden: Der universitäre Alltag des präsenzfreien Sommersemesters hatte mich voll im Griff, und ließ mir wenig Zeit, meine geplante Serie von Blogbeiträgen zu digitaler Lehre fortzusetzen. Nichtsdestotrotz habe ich die Studierenden zum Ende der Vorlesungszeit erneut befragt. Diesmal habe ich um Antworten auf zwei Fragenkomplexe gebeten:
- Wie haben Sie das digitale Sommersemester erlebt? Welche Erfahrungen nehmen Sie aus dem digitalen Sommersemester mit?
- Welche Erwartungen haben Sie an das kommende Wintersemester?
Die Antworten und Anmerkungen zu diesen Fragen möchte ich in diesem Beitrag vorstellen und aus meiner Sicht kommentieren.
Exkursionen sind elementarer Bestandteil archäologischer Studiengänge. Dies können Tagesexkursionen sein, etwa in Museum und Ausstellungen oder zu Fundorten in relativer Nähe zum Studienort; meist ist in einem archäologischen Studiengang aber auch die Teilnahme an mindestens einer mehrtägigen Exkursion vorgesehen. Ersatz für Exkursionen und die zugehörigen vorbereitenden Veranstaltungen zu finden, stellt im präsenzfreien Sommersemester 2020 mit eine der größten Herausforderungen in der kurzfristigen Umgestaltung der Lehrveranstaltungen dar.
Für das Sommersemester 2020 hatte ich zusammen mit meinem Kollegen Ernst Pohl eigentlich geplant, unmittelbar nach dem Ende der Vorlesungszeit eine 12-tägige Exkursion nach Dänemark und Südnorwegen durchzuführen; im Rahmen einer Übung sollte diese Exkursion während des Sommersemesters vorbereitet werden. Die Planungen für die Exkursion waren auch schon sehr weit fortgeschritten: Die Reiseroute stand bereits fest, und sowohl der Bus als auch die Unterkünfte waren bereits reserviert. Mit der Reiseroute wären auch die Themen der vorbereitenden Übung bereits vorgegeben gewesen