Briefe sind für uns im Projekt AktArcha eine wichtige Quelle. Viele der Briefe, die wir bei unseren Forschungen zu frühen Archäologinnen auswerten, sind unpubliziert und können nur in den Archiven, in denen sie aufbewahrt werden, gelesen werden. Meist finden sie sich in Nachlässen oder Korrespondenzakten. Doch es gibt auch lesenswerte Zusammenstellungen publizierter Archäologinnenbriefe, die wir euch hier als Buchtipps für die Urlaubszeit vorstellen möchten.
Briefe gehören in der Biografieforschung zu den sog. Ego-Dokumenten. Sie wurden in der Regel nur für den oder die Empfänger*in geschrieben, und waren nicht für eine Öffentlichkeit gedacht. Daher ist es zwar auf der einen Seite interessant, Briefe von oder an die frühen Archäologinnen zu lesen, als historische Quellen müssen sie jedoch auf der anderen Seite auch immer umfassend kontextualisiert und eingeordnet werden.
Nachem wir zwei Beiträge über Archäologinnen, nach denen Straßen benannt wurden, veröffentlich haben, habt ihr uns auf Weitere aufmerksam gemacht. Daher folgt hier nun ein dritter Teil dieser Reihe, in den Erna Diez, Hanna Rydh und Sibylle Mertens-Schaaffhausen im Mittelpunkt stehen.
„Straßenbenennungen dienen in erster Linie der Orientierung […] Darüber hinaus stellt die Benennung nach einer Person eine hohe Form der Ehrung durch die jeweilige Stadt dar“ heißt es in einer Handreichung des deutschen Städtetags zur Straßenbenennung aus dem Jahr 2021. Straßennamen erinnern im öffentlichen Raum an verstorbene Persönlichkeiten, die für den jeweiligen Ort von Bedeutung waren: Sie sind ein allgegenwärtiges, aber oftmals wenig beachtetes Medium der Erinnerungskultur. Straßennamen sind jedoch nicht nur eine hohe Form der Ehrung in Metall. Die aktuelle, vielerorts geführte Debatte um die Umbenennung von Straßen verdeutlicht vielmehr, dass es darum geht, mit wem und womit sich ein Ort identifizieren will.