Doris Gutsmiedl-Schümann

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Doris Gutsmiedl-Schümann

Archäologiestudium

Lesen und bewerten, nicht redigieren und editieren…

Gedanken zu schriftlichen Prüfungsleistungen Studierender

Doris Gutsmiedl-Schümann

5 Minuten Lesezeit

Die akademische Arbeitswelt ist vielfältig, doch auf die eine oder andere Art und Weise habe ich es immer wieder mit Geschriebenem, mit Texten zu tun.

Auf der einen Seite muss ich die Publikationen meiner Fachkolleginnen und Fachkollegen lesen, um inhaltlich auf dem Laufenden zu bleiben, auf der anderen Seite werden von mir ebenfalls wissenschaftliche Artikel geschrieben. Ich bin aber auch als Mitherausgeberin von Tagungs- und Sammelbänden tätig, und da das editieren und redigieren der Beiträge bei diesen Bänden zu größten Teilen von den Herausgeberinnen und Herausgebern erledigt wird, habe ich somit auf eine dritte Art und Weise Umgang mit Texten im wissenschaftlichem Kontext. Die häufigste Form von Geschriebenem, mit der ich in meinem Arbeitsalltag – abgesehen von Kommunikationsformen wie e-Mail oder Chat – zu tun habe, sind jedoch Texte von Studierenden, die meist als schriftliche Prüfungsleistungen in Form von Klausuren, Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten auf meinem Schreibtisch landen.

Berufsorientierung

Archäologie “Abseits des Mainstream” und “Alternativen zur Wissenschaft”

Doris Gutsmiedl-Schümann

2 Minuten Lesezeit

Zwei Beiträge in den Publikationen des Wissenschaftsladens Bonn haben in den letzten Tagen Berufe und Karrieremöglichkeiten im Bereich der Archäologien beleuchtet.

Abseits des Mainstreams: Jobs mit Archäologie zeigt am Beispiel von fünf kurz vorgestellen Berufswegen auf, dass sich Absolventinnen und Absolventen archäologischer Fächer viele unterschiedliche Möglichkeiten bieten, wenn sie das Arbeitsfeld von Universität und Wissenschaft verlassen. Die Beispiele sind gut gewählt, und zeigen eine große Bandbreite von Tätigkeitsfeldern und beruflichen Möglichkeiten auf. Besonders gelungen finde ich, dass hier viele Frauen porträtiert wurden, die jüngeren Kolleginnen und Kollegen als Beispiele dienen können. Als etwas seltsam empfinde ich es jedoch, diese Karrierewege als “Archäologie abseits des Mainstreams” zu bezeichnen. Oder, anders gefragt: Welche Berufswege nach einem Studium eines oder mehrerer archäologischer Fächer ist “Mainstream”? Aus dem Beitrag wird deutlich, dass damit wohl die Berufstätigkeit in der archäologischen Forschung an einer Universität oder einem Forschungsinstitut gemeint ist. Aus der Sicht von jemandem, der seit Jahren in unterschiedlichen Funktionen an unterschiedlichen Universitäten tätig ist, und in dieser Zeit schon viele Kolleginnen und Kollegen erlebt hat, die sich z.T. schon während des Studiums in Richtung Denkmalpflege, kommerzieller Grabungsarchäologie oder Museum orientiert haben, ist der Berufsweg in die archäologische Forschung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen alles andere als “Mainstream”: Er ist eher eine Ausnahme. Aber dies mag sich für Studierende oder Außenstehende anders darstellen, und auch einige Professorinnen und Professoren mögen anders klingen. Umso wichtiger erscheint es mir, schon im Studium auf die Bandbreite beruflicher Möglichkeiten aufmerksam zu machen.

Doris Gutsmiedl-Schümann

10 Minuten Lesezeit

Ausgangspunkt für diesen Blogeintrag war eine Frage auf dem Twitter-Account der DGUF: “Wie stark ist in der Archäologie heute der Gedanke: “Wer (im klassischen Sinne) rausgeht aus dem Fach, der ist ein Looser”? Gilt auch heute noch “nur die Harten bleib’n im Garten”, egal, ob die dann u. U. #nbezahlt arbeiten müssen?”

Auf diesen Tweet hatte ich folgendes geantwortet: “Kommt m.E. stark auf den Ort und die dort tonangebenden Archäolog*innen an… Durch inhaltlich breit aufgestellte Studiengänge, die anhand archäologischer Themen eine Vielzahl von möglichen Perspektiven aufzeigen, gäbe es m.E. gute Möglichkeiten, dieser Meinung entgegenzuwirken.”

Bachelorstudienprogramme

Prähistorische Archäologie oder archäologische Wissenschaften? Vor- und Frühgeschichte oder Altertumswissenschaften?

Doris Gutsmiedl-Schümann

4 Minuten Lesezeit

Wer sich für prähistorische Archäologie interessiert, und dieses Interesse zum Anlass nehmen möchte, ein passendes Bachelorstudium zu wählen, steht meist vor dem Problem, dass es mitunter nicht nur unterschiedliche Namen für ein und dasselbe akademische Fach gibt, sondern steht auch einer Vielzahl von unterschiedlich gestalteten Studiengängen gegenüber.

Die Suche nach einem passenden Studiengang führt wahrscheinlich zunächst zu der Erkenntnis, dass es im akademischen Umfeld nicht nur eine Archäologie gibt. Die universitäre Landschaft kennt eine Vielzahl von Archäologien, und nicht an jedem Archäologiestudiengang ist auch die prähistorische Archäologie beteiligt. Dies führt zu einer Vielzahl von unterschiedlichen Studiengängen, die sich im Prinzip aber in zwei grundsätzliche Studiengangsmodelle unterscheiden lassen: Disziplinenspezifische und disziplinenübergreifende Studiengänge.

“Ich interessiere mich für Geschichte...

...suche aber etwas praxisbezogenes, deshalb möchte ich Archäologie studieren”

Doris Gutsmiedl-Schümann

2 Minuten Lesezeit

Wenn ich Studieninteressierte berate, frage ich sie gerne einmal nach Ihrer Motivation, warum Sie Archäologie studieren möchten. Oft erhalte ich sinngemäß eine Antwort wie diese: “Ich interessiere mich für Geschichte. Ich wollte aber nicht so was theorielastiges wie Geschichtswissenschaft studieren, sondern mehr was praxisbezogeneres, wie Archäologie.”

Leider kommen viele Studierende mit dieser Vorannahme zur Studienberatung. Doch dies ist nicht der Unterschied zwischen Geschichtswissenschaft und Archäologie. Beides sind Disziplinen, die die Vergangenheit des bzw. der Menschen erforschen – mit den ihnen eigenen Quellen und Methoden. Die Quellen der Geschichtswissenschaft sind schriftliche Zeugnisse, die Quellen der Archäologie materielle Kultur. Um diese Quellen auswerten und interpretieren zu können, benötigen beide Wissenschaften Theorien und Methoden – ein Archäologiestudium ist daher nicht mehr und nicht weniger “theorielastig” als ein Geschichtsstudium.

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Über mich

Forschende - Lehrende - Archäologin | Prähistorikerin - Hochschuldidaktikerin