Gedanken zu “Archäologie und Kommunikation: Warum Schweigen nicht immer Gold ist”, einem Beitrag von Carmen Löw im Archäologieblog von Der Standard.
Bei Recherchen wurde ich auf einen Beitrag von Carmen Löw vom 4.7.2019 aufmerksam: Unter der Überschrift “Warum Schweigen nicht immer Gold ist” schreibt die Autorin im vielbeachteten Archäologieblog der österreichischen Zeitung Der Standard zu Archäologie und Kommunikation – genauer gesagt, zu Archäologie und der Kommunikation mit Personen und Personengruppen außerhalb der Fachwissenschaft.
Mitten im Lockdown der Covid-19-Pandemie erreichte mich eine Anfrage von der Glasperlenmacherin Skata Perlenmaid, die von einer Kundin den Auftrag erhalten hatte, eine Replik einer Perlenketten aus dem frühmittelalterlichen Gräberfeld von Aschheim-Bajuwarenring herzustellen.
Als ich diese Anfrage erhalten habe, und gelesen habe, dass eine der Glasperlenensebles aus dem Gräberfeld Aschheim-Bajurarenring repliziert werden sollte, war meine erste Erwartung, dass es sich dabei um eine der besonders bunten, auffälligen Zusammenstellungen handelt. Doch damit lag ich falsch: Die Anfrage bezog sich auf eine eher unscheinbare Perlenkette aus dem Grab mit der Nummer 114. Dieses Grab ist aus mehreren Gründen interessant: Daher wollte ich ihm und der Replik der Perlenkette einen eigenen Blogbeitrag widmen.
Wissenschaftliche Sammelbände sind in der archäologischen Forschung nach wie vor ein wichtiges Publikationsmedium, sie werden aber – nach meiner Wahrnehmung – sehr unterschiedliche beurteilt. Ich möchte daher in diesem Beitrag über die Publikationsform “Sammelband” nachdenken.
Zum Nachdenken über wissenschaftliche Sammelbände angeregt hat mich unter anderem der 100. Newsletter der DGUF, in dem Melanie Augstein über die “Wertigkeit” bestimmter Publikationsformen reflektierte. Das ist nun schon eine Weile her, aber da ich immer wieder zu diesem Thema zurückgekommen bin, schreibe ich es nun doch einmal auf.
Die Ägyptologin und Archäologin Elise Jenny Baumgärtel (ab 1934: Baumgartel) studierte in Berlin und Königsberg, und erforschte das prähistorische Ägypten. Da sie Jüdin war, musste sie 1934 mit ihren Töchtern aus Deutschland fliehen. Sie setzte ihre wissenschaftliche Arbeit in Großbritannien und den USA fort, lebte aber viele Jahre in prekären Verhältnissen.
Elise Jenny Goldschmidt kam am 5. Oktober 1892 in Berlin zu Welt. Ihr Vater Rudolf Goldschmidt war ein bekannter Architekt und Regierungsbaumeister. In ihrer Kindheit wurde sie zu Hause unterrichtet, u.a. von einer französischen Gouvernante (Friedmann o.J.; Payne 1976, 3).
Vor einiger Zeit wurden wir bei der Suche nach online zugänglichen Quellen für das Projekt AktArcha auf die digitalisierten Martikelbücher der Prager Universitäten aufmerksam. Im Rahmen unserer Recherchen waren wir schon mehrmals auf Absolventinnen aus Prag gestoßen. Dabei war uns aufgefallen, dass dort in den ersten zehn Jahren, nachdem das Fach Urgeschichte eingerichtet worden war, vergleichsweise viele Frauen promoviert haben. Wir haben in diesen Matrikelbüchern nun systematisch nach diesen Frauen gesucht.
Anlässlich der gemeinsamen Jahrestagung des West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung (WSVA) und des Mittel- und Ostdeutschen Verbandes für Altertumsforschung (MOVA) vom 25. bis 29. September 2023 in Tübingen möchten wir heute die ersten Absolventinnen der Ur- und Frühgeschichte an der Eberhard Karls Universität vorstellen. Zugleich ist dies ein Blick in die Fachgeschichte der Ur- und Frühgeschichte, da u.a. mit einem Aufsatz von Sibylle Kästner, Viola Maier und Almut Schülke über die ersten Tübinger Prähistorikerinnen die systematische historiografische Forschung zu frühen Archäologinnen des Fachs begann.
Briefe sind für uns im Projekt AktArcha eine wichtige Quelle. Viele der Briefe, die wir bei unseren Forschungen zu frühen Archäologinnen auswerten, sind unpubliziert und können nur in den Archiven, in denen sie aufbewahrt werden, gelesen werden. Meist finden sie sich in Nachlässen oder Korrespondenzakten. Doch es gibt auch lesenswerte Zusammenstellungen publizierter Archäologinnenbriefe, die wir euch hier als Buchtipps für die Urlaubszeit vorstellen möchten.
Briefe gehören in der Biografieforschung zu den sog. Ego-Dokumenten. Sie wurden in der Regel nur für den oder die Empfänger*in geschrieben, und waren nicht für eine Öffentlichkeit gedacht. Daher ist es zwar auf der einen Seite interessant, Briefe von oder an die frühen Archäologinnen zu lesen, als historische Quellen müssen sie jedoch auf der anderen Seite auch immer umfassend kontextualisiert und eingeordnet werden.
So oder so ähnlich beende ich oft meine Seminare und Übungen – und gebe damit zum Abschluss einer Lehreinheit den Studierenden Gelegenheit, sich zum Inhalt einer Sitzung zu äußern. Diese Rückmeldungen sind für mich als Lehrende wichtig, um zu sehen, ob eine Lehrveranstaltung so läuft wie ich sie geplant hatte.
Akademische Lehre stellt eine der großen Herausforderungen im universitären Alltag dar. Lehrende müssen sich mit ihren Seminaren und Übungen zwar innerhalb eines von den Studiengängen und den darin enthaltenen Modulen vorgegebenen Rahmens bewegen, sind ansonsten in der Ausgestaltung ihrer Veranstaltungen aber sehr frei. Um im Laufe eines Semesters zu sehen, ob ein Seminar oder eine Übung so läuft, wie ich sie geplant hatte, nutze ich zwei sehr einfach einzusetzende Feedbackinstrumente: Zu Beginn des Semesters eine Erwartungsabfrage, und zum Ende der Lehreinheiten eine Feedbackrunde. Beide möchte ich hier kurz vorstellen.
Vor 120 Jahren kam Maria Reiche in Dresden zur Welt. Heute ist sie vor allem für ihre Forschungen zu Geoglyphen in Peru, den sog. Nazca-Linien bekannt. Sie kam als junge Lehrerin nach Südamerika, und beschäftige sich lange Zeit als Privatgelehrte mit diesen ungewöhnlichen Denkmälern, die heute zum Weltkulturerbe zählen.
Maria Reiche stammte aus einer angesehenen Familie, der im deutschen Kaiserreich Künstler und Wissenschaftler angehörten. Sie wuchs mit zwei jüngeren Geschwistern auf. Ihr Vater war Richter am Oberlandesgericht in Dresden- Er fiel im Ersten Weltkrieg. Trotz den finanziellen Schwierigkeiten, in die die Familie nach seinem Tod geriet, ermöglichte die Mutter allen Kindern den Besuch einer höheren Schule und ein Studium. Elisabeth Reiche hatte selbst in Hamburg und Edinburgh Theologie und englische Literatur studiert, und wusste wohl um den Wert guter Bildung. Ihre älteste Tochter Maria studierte nach dem Abitur Mathematik, Physik, Philosophie, Geografie und Pädagogik an der Technischen Hochschule Dresden und der Universität Hamburg. 1928 schloss sie das Studium mit dem Staatsexamen und der höheren Lehramtsprüfung in Dresden ab. Anschließend war sie an unterschiedlichen Dresdner Schulen in befristeten Arbeitsverhältnissen als Lehrerin tätig. Die Weltwirtschaftskrise machte es schwer, eine dauerhafte Anstellung zu finden.
Akademische Lehre hat für mich immer auch etwas mit Wissenschaftskommunikation und Archäologievermittlung zu tun. Insbesondere in Veranstaltungen, die sich an Studienanfänger*innen oder an Studierende nicht-archäologischer Fächer richten, unterscheiden sich die Teilnehmenden m. E. kaum von der interessierten Öffentlichkeit, die auch sonst in der Wissenschaftskommunikation gerne angesprochen wird.
Ein Weg, Interessierten archäologische Themen näherzubringen, sind Comics. Ich bin im Laufe der Jahre immer wieder gut gemachten Archäologie-Comics begegnet, habe mich aber erst seit einem Ausstellungsbesuch im Frühjahr 2019 intensiver damit auseinandergesetzt. Und ich muss zugeben: Das ist eine eigene, und für mich in Teilen nach wie vor fremde Welt.